Webflow passt, wenn du oder wer die Seite für dich baut, HTML, CSS und etwas JavaScript versteht. Dann bekommst du volle Gestaltungsfreiheit, sauberen Code und keine Plugins, die gepflegt werden müssen.
WordPress passt, wenn die Seite schnell stehen soll. Mit einem fertigen Theme und ein paar Plugins ist eine solide Website in kurzer Zeit online, und für fast jede Funktion gibt es eine Erweiterung.
WordPress: läuft auf mehr Websites als jedes andere System
Laut W3Techs laufen 39,5 % aller Websites auf WordPress. Unter den Websites, deren Content-Management-System sich erkennen lässt, sind es 58,3 %: Die meisten Websites mit einem CMS basieren also auf WordPress. Webflow kommt auf 0,8 % aller Websites.
Diese Verbreitung ist der größte Vorteil: Es gibt Tausende Themes und Plugins, fast jeder Hoster bietet WordPress mit einem Klick an, und Entwickler findest du in jeder Stadt. Mit einem Theme und einem Page Builder wie Elementor steht eine Seite oft in wenigen Tagen.
Gut geeignet, wenn
- du schnell online sein willst und ein fertiges Design als Grundlage reicht,
- du viele Zusatzfunktionen brauchst, etwa einen Shop mit WooCommerce, Buchungen oder einen Mitgliederbereich,
- die Seite auf einem Server in Deutschland liegen soll,
- du nicht an einen Anbieter gebunden sein willst: WordPress ist Open Source und läuft bei jedem Hoster.
Worauf du achten musst
Jedes Plugin ist Code von jemand anderem. Plugins, Themes und WordPress selbst brauchen regelmäßige Updates, und die meisten bekannten Sicherheitslücken stecken nicht im WordPress-Kern, sondern in Plugins und Themes. Viele Plugins und schwere Page Builder machen die Seite außerdem langsamer. Eine WordPress-Seite ist deshalb nie ganz fertig: Jemand muss sie pflegen.
Webflow: für alle, die HTML, CSS und etwas JavaScript verstehen
Webflow sieht aus wie ein Design-Programm, arbeitet aber wie Code. Jedes Element ist ein HTML-Element, jede Gestaltung eine CSS-Klasse, Layouts entstehen mit Flexbox und Grid, und für jede Bildschirmgröße gibt es eigene Einstellungen. Wer weiß, was ein Box-Modell, eine Klasse oder ein Breakpoint ist, baut in Webflow schnell und präzise. Wer das nicht weiß, kämpft mit Abständen, die sich nicht so verhalten wie erwartet.
JavaScript brauchst du für das meiste nicht, denn Animationen und Interaktionen lassen sich visuell anlegen. Für eigene Funktionen oder die Anbindung externer Tools bettest du Code ein, und dann hilft es, JavaScript lesen zu können.
Gut geeignet, wenn
- das Design individuell sein soll und nicht nach Vorlage aussehen darf,
- du dich nicht um Updates, Sicherheit und Hosting kümmern willst, weil Webflow das übernimmt,
- dein Team Texte, Blogartikel oder Referenzen selbst im Editor pflegen soll, ohne das Layout zu zerschießen,
- jemand im Team oder deine Agentur HTML und CSS beherrscht.
Worauf du achten musst
Webflow kostet monatlich, pro Website und je nach Funktionsumfang. Es gibt weniger fertige Erweiterungen als bei WordPress, Mehrsprachigkeit kostet extra, und ein Umzug zu einem anderen Anbieter ist aufwendig: Der Code lässt sich exportieren, die CMS-Inhalte nur als Tabelle. Webflow ist ein US-Anbieter; für die DSGVO schließt du den Auftragsverarbeitungsvertrag ab, den Webflow bereitstellt.
Der Vergleich auf einen Blick
| WordPress | Webflow | |
|---|---|---|
| Stärke | Schnell online, viele Funktionen | Individuelles Design, wenig Wartung |
| Vorwissen | Für die Grundlagen keins | HTML und CSS, etwas JavaScript |
| Gestaltung | Über Themes und Page Builder | Frei, Element für Element |
| Erweiterungen | Tausende Plugins | Weniger, dafür vieles eingebaut |
| Updates & Sicherheit | Selbst pflegen | Übernimmt Webflow |
| Hosting | Bei jedem Hoster, auch in Deutschland | Nur bei Webflow |
| Kosten | Software kostenlos, Hosting und Pflege nicht | Monatlicher Plan pro Website |
| Anbieterwechsel | Jederzeit möglich | Aufwendig |
Und was ist besser für Google?
Keins von beiden. Google bevorzugt kein System. Entscheidend sind schnelle Ladezeiten, eine saubere Struktur, gute Inhalte und lokale Signale wie das Google-Unternehmensprofil. Webflow bringt sauberen Code und schnelles Hosting von Haus aus mit, WordPress braucht dafür ein SEO-Plugin und etwas Disziplin bei den Plugins. Am Ende zählt, was auf der Seite steht. Mehr dazu unter SEO & Sichtbarkeit.
Unsere Empfehlung
Die wichtigste Frage ist nicht, welches System, sondern wer die Seite in einem Jahr pflegt. Pflegst du sie selbst und willst schnell starten, nimm WordPress mit wenigen, gut gepflegten Plugins. Soll die Seite individuell aussehen, kaum Wartung brauchen und von jemandem gebaut werden, der HTML und CSS versteht, ist Webflow meist die bessere Wahl.
Und: Eine bestehende WordPress-Seite, die gut läuft, musst du nicht wechseln, nur weil Webflow moderner wirkt.
Quelle der Marktanteile: W3Techs, Usage statistics of content management systems, abgerufen am 28. Oktober 2026.